Helfer / Läufer Organisation / Einweisung

  • Hallo zusammen,

    von der grundsätzlichen Organisation her läuft es bei uns so das die Landwirte sich bei den Jägern der jeweiligen Reviere melden und diese koordinieren mit uns dann die Suche mit der Drohne.
    Die Landwirte und Jäger stellen dann, nach Möglichkeit auch die Läufer.

    Dementsprechend haben wir viel mit wechselnden Läufern / Helfern am Morgen zu tun.
    Um die Einweisung morgens möglichst kurz halten verschicken wir vorab einen "Leitfaden" den die Läufer / Helfer damit diese sich schonmal in Ruhe einlesen können.

    Zusätzlich gibt es morgens nochmal eine Kurzeinweisung und Klärung eventuell offener Fragen.

    Wenn Landwirte und Jäger es mal nicht schaffen genug Läufer / Helfer zu organisieren haben wir eine WhatsApp Gruppe mit Freiwilligen.
    In diese WhatsApp Gruppe schreiben wir dann sowas wie:
    "Hallo zusammen, wir benötigen zu morgen früh zwei Läufer im Ortsteil XXX, Treffpunkt ist an der YYYY-Straße Nr.12. Starten werden wir um 3.30 Uhr. Gruss"
    Die ersten die sich melden haben dann "Gewonnen" und sind dabei.

    Das klappt bei uns meistens ganz gut und nur selten müssen wir nach Helfern / Läufern "suchen".

    An sich versuchen wir aber insbesondere die Landwirte dazu zu animieren mit zu laufen und Kitze zu retten.

    Ein anderes Team welches in der Nähe Kitze rettet hat in festes Team an eigenen Helfer und "möchte" eigentlich gar nicht das immer neue Helfer mitlaufen.
    Das Argument an der Stelle ist Sinngemäß: "Jeder weiß was er zu tun hat, alle sind Hochmotiviert und man kann sich die Einweisung morgens sparen."

    Ich kann das zwar verstehen, sehe das aber so das wir den Landwirten bei der Suche helfen und die Suche nicht komplett für die Landwirte übernehmen sollten. Gerade wenn ein Landwirt mal selbst ein Kitz in den Händen hatte und rausträgt weiß dieser auch warum wir das machen und warum es Sinnvoll ist zu suchen.

    Was mich jetzt interessiert ist wie ihr das macht.
    Landwirte welche die Flächen bewirtschaften und Jäger des Reviers versuchen zu animieren mit zu laufen inklusive der etwas "mühsameren" Einweisungen oder festes Team wo jeder weiß was wann zu tun ist?
    Und wenn ihr mit wechselnden Läufern arbeitet, wie organisiert ihr das und wie macht ihr die Einweisung?

    -
    Gruß
    Ralf

    Einmal editiert, zuletzt von Balu86 (28. März 2024 um 12:15)

  • Hallo Ralf,

    davon dass die Landwirte uns bei der Rehkitzsuche helfen, kann ich nur träumen. Das ist bei uns eher die seltene Ausnahme. Die Jägerschaft ist bei uns eher mit am Zug, manchmal sogar in Truppenstärke.

    Maine Helfer (mittlerweile 31 Ehrenamtler) werde von mir in unserer WhatsApp-Gruppe am Tag vorher über die zu bearbeitenden Flächen, den Zeitpunkt und den Treffpunkt informiert und geben auch entsprechendes Feedback wer, wann und wie lange zum Helfen dabei ist. Klappt wunderbar.

    Wenn dann mal Personal vom Landwirt dabei ist, werden denen immer geübte Helfer zur Seite gestellt, die sie dann an die Hand nehmen und denen zeigen wie das mit der Kitzrettung funktioniert.

    Den Jägern braucht man eigentlich nicht viel zu zeigen, die wissen größtenteils schon auf was es ankommt.

    Deinen "Leitfaden für Kitzretter" finde ich klasse, bis auf den Passus, dass berührte Rehkitze jämmerlich verhungern müssen.... das ist schon etwas sehr dramatisch. Link: https://thermaldrones.de/2024/02/10/dar…chuhe-anfassen/

    Schöne Grüße... Markus

  • Hallo Markus,

    danke für deine Antwort.

    Eigentlich wollte ich in diesem Thread gar nicht so sehr auf den Leitfaden eingehen sondern auf die grundsätzliche Organisation und ich habe den Leitfaden hier nur als Teil der Organisationsbeschreibung gepostet. War Rückblickend vielleicht nicht so schlau.

    Der von dir verlinkte Artikel ist mir bekannt.

    Leider ist es so das Menschen nicht nur nach Mensch riechen sondern, gerade an den Händen, oft auch nach anderem.

    Ich werde den Satz umformulieren, Sinngemäß aber stehen lassen.

    Ich werde den Leitfaden jetzt aus dem Ursprünglichen Post entfernen um die Diskussion wieder zurück auf das eigenltiche Thema zu lenken.

    Gerne können wir aber über PN weiter diskutieren.

    Gruß

    Ralf

    -
    Gruß
    Ralf

  • Hallo Ralf,

    Ich finde es super spannend zu erfahren wie andere Organisation das machen und Hut ab das das bei Euch so gut klappt.

    Wir machen es wie folgt: wir haben aktive Mitglieder und fördernde Mitglieder. Piloten und Helfer müssen aktive Mitglieder sein. Zusätzlich haben wir eine 3 stufiges Schulungssystem aufgebaut, bei dem man mindestens die 1. Stufe gemacht haben muss um bei einem Einsatz mitzuhelfen (damit darf man aber noch kein Kitz sichern). Jäger in ihrem eigenen Revier und Landwirte auf ihrer Wiese die keine Mitglieder sind dürfen auch mithelfen. Ansonsten niemand.

    Warum machen wir das so?

    1. Als beauftragter Verein fühlen wir uns in der Verantwortung das der Einsatz bestmöglich für das Tier über die Bühne geht. Dabei sollte es keine Fehler geben die dazu führen könnten das ein Kitz länger als nötig gesichert wird, mehr Stress als nötig erlebt, evtl. zu früh freigelassen wird und doch vermäht wird, etc.

    2. Wir kämpfen in unserer Gegend auch noch für die Akzeptanz der Methode und für Verständnis bzw. Unterstützung der Landwirte. D.h. wir möchten nicht das Risiko eingehen das Aussenstehende oder ungeschulte Helfer das Image (klingt blöd ich weiss 🙈) der Rehkitzrettung beschädigen.

    3. Es geht schneller und auch sicherer wenn alle das nötige Wissen haben und auch darin geübt sind wie der Ablauf ist und worauf zu achten ist.

    4. Mitglieder sind beim Verein Haftpflicht versichert. Aussenstehende nicht.

    5. Wir haben auch schon mal bescheuerte Erfahrung mit jemandem gehabt der vorgab unbedingt mal schnuppern zu wollen und dann eigentlich nur hinter einem Kitz-Selfie für Instagram her war. 🤯

    Wir fahren ganz gut damit: nur geschulte Mitglieder*innen, die Revierjäger*innen, die Landwirte*innen. Keine Aussenstehenden, keine Kinder.

  • Wir haben einen großen Pool an 120 Helfern, die alle in einer WhatsApp Gruppe sind. Wir fragen am Vortag mittels Umfrage ab, wer am nächsten Tag Zeit hat.

    In einer Google Tabelle sind alle Helfer mit Wohnort und Telefonnummer eingetragen. Dort werden die verfügbaren Helfer markiert und der Organisator verteilt diese wohnortnah auf die Piloten (Ziel: 3 Helfer pro Pilot, klappt leider nicht immer).

    Jäger sind bei uns in ca. 90 Prozent der Fällen mit dabei, nicht jeder ist jedoch gut zu Fuß. Wir machen es dieses Jahr zur Pflicht, dass mind. ein Jäger oder Landwirt mit dabei ist, der die Verantwortung nach unserer Suche übernimmt (Landwirt dazu animieren, schnell zu mähen, Kitze freilassen, Boxen zurückbringen, etc.).

    Landwirte sieht man leider so gut wie nie. Ganz selten ist es mal so, dass direkt das Mähwerk bereitsteht, wenn wir fertig sind. Oft kommt leider nicht mal ein Danke, geschweige denn eine Spende.

    Neue Helfer, die vor der Saison dazu kommen, teilen wir am Anfang der Saison zu möglichst erfahrenen Helfern ein. Der Lerneffekt ist i.d.R. gut und Berührungsängste gehen schnell verloren.

    Wir kommunizieren aber vorab ganz klar, dass bei uns kein „Kitz-Tourismus“ gewünscht ist. Hatten wir leider auch schon 2-3 mal, dass man nur für ein nettes Foto mit raus möchte und danach nie wieder etwas hört und sieht.

  • Wir haben ca. 25 Helfer in zwei WhatsApp-Gruppen. In einer können nur Admins schreiben (hier werden Einsätze bekanntgegeben), in der anderen können sich die Helfer wg. Mitfahrgelegenheiten austauschen, Bilder posten oder einfach ratschen.

    Wir arbeiten nur mit eigenen Helfern. Dafür machen wir vor Saisonstart für die neu hinzugekommenen und die "alten Hasen" an zwei Sonntagen Einführungs-/Auffrischungsveranstaltungen. Wärmflaschenkitz-Suche, Bildschirm beobachten, Funkverkehr üben, Akkuwechsel usw.

    In 99% der Einsätze melden sich ausreichend oder sogar mehr Helfer, als wir benötigen. Hier eine Einsatzmeldung:

    *EINSATZ Landwirt X, PRITTELBACH* Datum: 09.06.23

    Treffpunkt: https://goo.gl/maps/AaV7WkYDt8iG83KZ7 - Freisinger Str. 16, 85241 Hebertshausen (Sparkassen-Parkplatz)

    Zeit: 04:00 Uhr (Wenn kein anderer Auftrag zusätzlich reinkommt)

    Anmerkungen: Anz. Felder: 5, ca. 12 ha Benötigte Anzahl Helfer: 4

    Dann folgt eine WhatsApp-Umfrage mit den beiden Optionen "Ich möchte als Helfer teilnehmen" und "Ich möchte als Pilot teilnehmen".

    1 Pilot, 4 Helfer: ein Helfer bleibt beim Pilot, beobachtet den Bildschirm und hält Funkkontakt zu den 3 Helfern, die zum gefundenen Kitz gehen. Dort hat einer das Funkgerät, einer den Kescher und der dritte 2 Wäschekörbe und zwei Fahnen. Sobald das Kitz gesichert ist, fliegen wir weiter, dann wird der Helfer beim Piloten wieder wichtig, da er den Bildschirm (mit) beobachtet .

    Bei uns sind meist die Jäger dabei, relativ häufig auch die Landwirte. Spenden gibt es immer, zwischen € 20 und € 100, meist um die € 50.

    Wir gehen jetzt in die dritte Saison, mal sehen, was sich noch verbessern läßt.

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